Bewerbung für einen künstlerischen Studiengang


Hallo ihr Lieben! Ich hatte zwar in meinem letzten Post angekündigt, dass ich vorerst noch nicht über meinen Alltag als Studentin sprechen werde, weil ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wirklich weiß, wie mein Studium eigentlich verlaufen wird, aber da ich gebeten wurde generell auch mal über die Themen „Mappe“ und „Prüfung“ zu sprechen, werde ich damit einfach schon mal beginnen.
Als ich mich vor einigen Monaten angefangen habe damit auseinanderzusetzen, was man für eine Bewerbung an einer Kunsthochschule so zu tun hat, war ich direkt eingeschüchtert. Man stößt auf zig verschiedene Bedingungen, die eine Mappe erfüllen sollte: Formate, Farben, Techniken, Themen… Und dann soll man am besten auch noch eine Hausaufgabe und eine schriftliche Ausführung dieser abgeben -  Ganz schön viel auf einmal!
(Um euch schon einmal die Angst zu nehmen: Es ist gar nicht so schwierig, wie man denkt!)



Ich habe mir bei der Anfertigung meiner Mappe echt Sorgen gemacht, als ich gelesen habe, dass man beispielsweise möglichst viele Techniken präsentieren sollte. Ich bin einfach ein Mensch, der einen festen Stil hat, was meine Zeichnungen betrifft. Und ich bin auch nicht der expressionistische Künstler, der mit tausend Gestaltungsmitteln hantiert, damit sein Bild eine ganz persönliche Note bekommt. Also bildlich gesprochen: während manch einer mit Farbtöpfen, Ton, Sand und Lionoleum experimentiert, sitze ich da mit meinem Bleistift. (Oder wenn es hoch kommt vielleicht mal mit meinem Farber Castell Kasten) Ich saß also da und dachte: „Verdammte Axt, was machste jetzt.“
Und an dieser Stelle sage ich euch schon mal eins: Lest euch nicht zu viele Ratschläge darüber im Internet durch, was ihr alles in einer Mappe einbringen sollt und was nicht! Ihr habt letztendlich nämlich überhaupt nichts davon, wenn ihr euch an Techniken versucht, die euch nicht liegen und im Anschluss schlechte Werke einreicht. Ich habe bei der Mappenberatung auch solche „Fehlversuche“ vorgezeigt, und die Professorin, fand genau wie ich selbst, dass das einfach nicht mein Ding ist. Also wenn ihr (wie ich) nicht die experimentellsten Künstler seid, ist das kein Problem. Es reicht völlig aus, auf ein/zwei Gebieten zu überzeugen. Ich habe beispielweise, um wenigstens etwas Vielfalt zu zeigen, neben meinen Zeichnungen noch ein Fotobuch eingereicht.  
An dieser Stelle auch ein wichtiger Punkt: Ihr werdet es nicht jedem rechtmachen. Mir wurde von einer Bekannten gesagt, meine Mappe sei zwar zeichnerisch gut, aber zu langweilig, die Professorin fand sie super. Die Professorin hat mir abgeraten meine Fotos einzureichen, mein jetziger Fotografie Dozent fand sie super. Ihr seht also, ihr werdet ohnehin nie jeden Geschmack treffen. Während ihr den einen vom Hocker haut, findet der nächste euch vielleicht blöd – das ist bei künstlerischen Beurteilung leider so. Also bleibt am besten bei dem, was ihr selbst für richtig haltet – es ist eure Mappe!






Sollte eure Mappe überzeugt haben, werdet ihr vermutlich zu einer künstlerischen Prüfung eingeladen und auch diese Einladung wird euch erst einmal abschrecken, weil ihr Dinge mitnehmen sollt, die ihr vielleicht gar nicht besitzt oder mit denen ihr noch nie gearbeitet habt, weil ihr nicht wisst was für Aufgaben gestellt werden, oder wo ihr eigentlich hinmüsst…
Aber auch die Prüfung wird euch mit Sicherheit leichter fallen  als erwartet. Denn auch, wenn ihr nicht wie bei eurer Mappe einfach das machen könnt, worauf ihr Lust habt, seid ihr in der Bearbeitung der Aufgaben doch relativ frei. Niemand wird von euch Dinge verlangen, wie: „Zeichne einen Tiger mit grünem Fineliner, roten Buntstift, schwarzer Tusche und rosa Kreide.“ Auch wenn ihr euch natürlich an ein Thema oder die ein oder andere Vorgabe halten müsst.
In meinem ersten Aufgabenteil sollte ich damals einen dreidimensionalen Gegenstand entwerfen, der am Körper anbringbar ist und dabei eine Funktion erfüllt. Die Aufgabe ließ dabei ziemlich viel Spielraum bezüglich der Materialen und auch der Funktion. Es konnte sich ganz simpel um Schmuck handeln, der der Verschönerung dienen soll, oder auch um Gerät zum Gedankenlesen etc. In der zweiten Aufgabe sollten wir dann ganz frei etwas zu dem Begriff „Webfehler“ gestalten.
Klang für mich beides am Anfang ziemlich blöd, aber es war definitiv machbar. Außerdem läuft so eine Prüfung auch nicht so streng wie in der Schule ab. Das heißt, eure Dozenten sind vermutlich gar nicht im Raum, es darf geredet und gegessen werden, Handys liegen auf dem Tisch usw.
Und solltet ihr die Prüfung nicht beim ersten Mal bestehen, lasst nicht den Kopf hängen. In meinem Semester sind momentan wirklich viele Leute, die es auch erst beim zweiten oder dritten Anlauf geschafft haben, und sich jetzt umso mehr freuen, endlich bei uns studieren zu dürfen.

Wenn ihr weitere Fragen habt beantworte ich diese gerne. Schickt mir am besten eine E-Mail an amy-goldsworthy@gmx.de, dort antworte ich ziemlich schnell und gerne auch mal ausführlicher, wenn es denn gewünscht ist. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende! xoxo Amy



CONVERSATION

4 Kommentare:

  1. Echt toller Post :) Macht viel Mut!
    Deine Zeichnungen sind grandios! Könnte ich nie ^^
    Alles Liebe, Maya von Melyanisme

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  2. Deine Zeichnungen sehen so toll aus!!
    Einen guten Start ins Studium wünsche ich dir! :)
    Liebste Grüße :)

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  3. Wahnsinn, deine Zeichnungen sind wunderschön und wirklich grandios. *-*
    Ich zeichne ebenfalls sehr gerne, bin aber nicht wirklich begabt :D

    p.s. auf meinem Blog findet gerade eine Blogvorstellung statt - freue mich über Teilnahme!

    Viele liebe Grüße, Nathalie
    http://passionineverything.blogspot.co.at

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  4. Wow, was für eine großartige Arbeit. Alles Gute für dein Studium <3

    Liebste Grüße
    Claudia von minnja.de

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